Odontogene Infektionen

Die sogenannten odontogenen Infektionen können im gesamten Gesichts-, Kiefer- und Mundbereich auftreten und werden durch Bakterien verursacht. Aus der Erkrankung können Komplikationen erwachsen, die ohne Behandlung sogar lebensbedrohlich sind.

Was sind odontogene Infektionen?

Bei odontogenen Infektionen handelt es sich um bakterielle Infektionen, die von den Zähnen oder vom Zahnhalteapparat ausgehen und den gesamten Bereich von Gesicht, Kiefer oder Mund betreffen können. Dabei können sich die Entzündungen direkt an der erkrankten Stelle zeigen, durch die Ausbreitung über die Blut- und Lymphbahnen sind Entzündungen aber auch in anderen Bereichen möglich. So können zum Beispiel auch Abszesse aus odontogenen Infektionen erwachsen.
Möglich ist zudem, dass die Erkrankung ohne sichtbare Entzündung verläuft, schwere Komplikationen können dennoch auftreten.
Symptomatisch zeigen sich meist Abszesse an den Wangen oder auch am Kinn, wobei die Beschwerden je nach Patient unterschiedlich sind. So sind Rötungen und Schwellungen üblich, auch die Fistelbildung kommt häufig vor. Teilweise treten Funktionsstörungen des Kiefers auf. Ein erschwertes Schlucken, Atemnot oder Störungen in der Sensibilität des betroffenen Bereichs deuten ebenfalls auf das Vorliegen einer odontogenen Infektion hin. Viele Patienten klagen überdies über Fieber, Schüttelfrost oder andere Krankheitsanzeichen.
In schweren Fällen kommt die Knochenauflösung hinzu, Aufhellungen der Knochen und Knochenschwund sind ebenfalls typische radiologische Befunde bei odontologischen Infektionen.
Über eine Blutentnahme können hohe Entzündungsparameter festgestellt werden.
Als Ursachen für solche Infektionen kommen verschiedene Probleme infrage, wie lockere Zähne, Resten von Zahnwurzeln oder auch Mundfäule. Brüche von Kiefer und Zähnen, die Zystenbildung oder vorhandene Fremdkörper können schuld an odontogenen Infektionen sein.

Wie werden odontogene Infektionen behandelt?

Wichtig ist hier, die Ursache zu behandeln und nicht nur nach den Symptomen zu gehen. Eine Wurzelkanalbehandlung hilft, Entzündungen im Wurzelbereich zu beseitigen, so können auch keine weiteren Infektionen auftreten. Die Behandlung von Brüchen muss schnellstmöglich erfolgen, Fremdkörper müssen entfernt werden. Abszesse werden beispielsweise drainiert, damit das gebildete Sekret abgeleitet wird. Solche Drainagen müssen über mehrere Tage bestehen bleiben, danach wird eine Naht gesetzt.
Die Behandlung muss meist in Kombination mit der Gabe von Schmerzmitteln erfolgen, außerdem wird durch Antibiotika die Ausweitung der Infektion verhindert. Erste Wahl sind hier Penicillin oder Carbapeneme.
Teilweise ist die Behandlung nur stationär durchzuführen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Atmung beeinträchtigt ist oder das Schlucken erschwert wird. Hierbei gilt, dass die stationäre Behandlung der ambulanten Therapie schon allein aus Sicherheitsgründen vorzuziehen ist. Auch dann, wenn die Patienten sehr jung sind und eine Kooperationsbereitschaft zweifelhaft ist, kann der Aufenthalt im Krankenhaus sinnvoll sein.

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