Amelogenesis imperfecta

Die Amelogenesis imperfecta betrifft den Zahnschmelz in Menge oder Qualität und meint eine Fehlbildung desselben. In der Regel ist diese Dysplasie erblich bedingt. Die Amelogenesis imperfecta wird in verschiedene Typen unterteilt, die je nach Zustand des Zahnschmelzes gruppiert werden.

Was ist die Amelogenesis imperfecta und was sind die Ursachen?

Die Fehlbildung des Zahnschmelzes, was die Amelogenesis imperfecta meint, wird in vier Einteilungen angegeben: zu wenig Schmelz, unreifer Schmelz, unterverkalkter Schmelz und Kombination aus Unreife und Unterverkalkung.
Betroffen sein können hier nicht nur die bleibenden Zähne, sondern auch bereits die Milchzähne der Kinder. Meist sind diese Zähne sehr empfindlich, die Oberfläche des Zahnschmelzes bricht schnell, ist rau und matt. Die Zähne sind gelblich bis bräunlich verfärbt, es kommt häufiger zu Entzündungen des Zahnschmelzes oder zur Wucherung des Zahnfleisches. Häufig tritt ein offener Biss auf und die Bisshöhe ist geringer als bei gesunden Zähnen. Der Zahnschmelz ist punktuell oder gänzlich in seiner Dicke reduziert, außerdem ist er sehr weich und trägt sich dementsprechend rasch ab. Meist gehen Schmerzen und Überempfindlichkeiten mit einer Amelogenesis imperfecta einher.
Die Ursachen sind vielschichtig und sind vor allem in den Erbanlagen zu suchen. Die Schmelzbildung der Zähne ist gestört, was dominant oder rezessiv vererbt werden kann. Möglich ist die Vererbung auch über das x-Chromosom, daher sind eher Mädchen und Frauen von der Amelogenesis imperfecta betroffen.

Wie wird die Amelogenesis imperfecta behandelt?

Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Behandlung durch den Zahnarzt, weil die Zähne durch eine starke Abrasion schnell geschädigt werden. Die Betroffenen verlieren rasch die übliche Bisshöhe, weil sich die Zähne sehr stark abnutzen. Für das Milchgebiss bieten sich Stahlkronen oder Kunststofffüllungen an, diese helfen, die Zähne bis zum natürlichen Zahnwechsel zu erhalten. Sprachentwicklung und Nahrungsaufnahme werden so nicht gestört.
Auch für Erwachsene werden Kunststofffüllungen eingesetzt, auch die Verkronung der Zähne ist möglich. Die frühzeitige Therapie ist nicht nur vor dem Hintergrund des möglichst langfristigen Erhalts der natürlichen Zahnsubstanz wichtig, sondern auch zur Vermeidung von psychischen Beeinträchtigungen der Patienten durch stark verfärbte oder deformierte Zähne.

Weitere Ursachen für die Amelogenesis imperfecta

Als weitere Ursachen neben den oben bereits genannten kommen Störungen im Zahndurchbruch infrage sowie sogenannte Hartsubstanzbildungen, die sich am Zahnnerv ablagern. Auch eine Kronen- oder Wurzelresorption ist als Ursache denkbar. Teilweise zeigen sich bei betroffenen Patienten verkürzte Zahnwurzeln und vergrößerte Zahnkörper. Des Weiteren ist eine verringerte Zahnanzahl zu nennen, die zu der Amelogenesis imperfecta führen kann. Die Behandlung des Krankheitsbildes ist jedoch unabhängig von der Ursache stets ähnlich, da der betreffende Krankheitsauslöser nicht im herkömmlichen Sinne behoben werden kann.

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